„Marty Supreme“ von Josh Safdie, ein kritischer und kommerzieller Erfolg, enthält eine anschauliche Szene sexuellen Übergriffs, die eine Diskussion erfordert, nicht weil sie schockierend ist, sondern weil der Film es vermeidet, sie als solche anzuerkennen. Die Szene zeigt Marty, den Charakter von Timothée Chalamet, wie er von Kevin O’Learys räuberischem Geschäftsmann Milton Rockwell gezwungen wird, im Austausch für einen Job mit einem Paddel auf den Hintern geschlagen zu werden. Das ist nicht nur eine Demütigung; Es ist ein Machtspiel, das durch sexuelle Gewalt ausgeführt wird.
Die Szene und ihr Kontext
Die Szene spielt sich ab, nachdem es Marty wiederholt nicht gelungen ist, einen vorteilhaften Deal mit Rockwell abzuschließen. Verzweifelt kehrt er zurück und bettelt um einen manipulierten Schaukampf. Rockwell, angetrieben von Boshaftigkeit (Marty machte sich einst über seinen toten Sohn lustig), nutzt die Gelegenheit, um ihn zu erniedrigen. Der Akt wird vor Rockwells Mitarbeitern aufgeführt, die offen lachen, während Marty sichtlich erschüttert ist. Entscheidend ist, dass der Film dies nicht als sexuellen Übergriff bezeichnet; es stellt es als eine weitere brutale Transaktion in einer Welt dar, in der Macht alles definiert.
Warum die Stille der Punkt ist
Marty Supreme zeichnet sich durch die Darstellung der entmenschlichenden Natur des Kapitalismus aus. Sexuelle Übergriffe sind in diesem Zusammenhang nur ein weiteres Instrument der Mächtigen, um Dominanz auszuüben. Der Film zeigt dies genau. Bei der Tat geht es nicht um sexuelle Befriedigung; Es geht darum, jemanden niederzuschlagen, ihn seiner Würde zu berauben und völlige Kontrolle zu demonstrieren. Deshalb ist es so effektiv – und deshalb ist es durch das Fehlen einer ausdrücklichen Verurteilung noch beunruhigender. Der Film nennt es nicht das, was es ist: Sexueller Übergriff. Es handelt sich um einen Gewaltakt, der unbeaufsichtigt bleibt.
Die Auswirkungen auf das Publikum
Die Popularität des Films, die durch eine Social-Media-Kampagne gesteigert wurde, hat eine große Zuschauerzahl der Generation Z angezogen. Die Frage ist, was nehmen sie aus dieser Szene mit? Der Film zeigt keine Auswirkungen, die über Martys unmittelbare Not hinausgehen. Es gibt keine Auseinandersetzung mit Traumata, keine Erwähnung von Gerechtigkeit und keine umfassendere Gesellschaftskritik. Diese Vertuschung von Gewalt hat reale Konsequenzen.
Je mehr sexuelle Übergriffe in den Medien ohne Konsequenzen oder Analyse dargestellt werden, desto desensibilisierter wird das Publikum. Es normalisiert die Vorstellung, dass solche Handlungen akzeptabel oder zumindest belanglos sind. Marty Supreme zeigt nicht nur diese Gewalt; es verewigt es, indem es sich weigert, es beim Namen zu nennen oder seinen bleibenden Schaden anzusprechen.
Die Kraft des Films liegt in seiner Weigerung, die Brutalität menschlichen Verhaltens abzumildern, aber sein Schweigen über die Tat selbst verstärkt letztendlich genau die Machtdynamik, die er zu kritisieren behauptet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Marty Supreme nicht nur ein Film über Ehrgeiz und Gier ist; Es ist ein beunruhigendes Beispiel dafür, wie Gewalt, sogar sexuelle Gewalt, beiläufig in den Stoff einer Geschichte integriert werden kann, ohne dass sie hervorgehoben wird. Diese Auslassung ist kein Zufall; Es ist von zentraler Bedeutung für die düstere Botschaft des Films über unkontrollierte Macht und die Entmenschlichung des Einzelnen in einem gnadenlosen System.
